Erfahrungsbericht: Ultrawettkampfernährung

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Ultrawettkampfernährung (Marcel, Adrian und Klaus)

Marcel, Adrian und Klaus über die Ernährung in ihrem harten Rennen in den Alpen:
 
Die Patrouille des Glaciers ist ein Skitourenwettkampf, der auf den Spuren der Walliser Haute Route von Zermatt nach Verbier führt. Die Teilnehmer überwinden 53 km Distanz, 4000 Höhenmeter Aufstieg und ebenso viel Abfahrt in einem Tag. Das macht die Patrouille des Glaciers zur härtesten Sportveranstaltung ihrer Art. Seit Juni 03 beschäftigen wir - Marcel Meier, Adrian Hofer, Klaus Portmann - uns mit dem Gedanken, die PDG vom 23./24. April 2004 zu absolvieren.

Wir wissen, dass der Verpflegung ein wichtiges Augenmerk zu schenken ist. Ein Abend mit Esther Seitz, Ernährungsberaterin mit Marathonerfahrung, zeigt uns auf, wie wir uns in diesem Bereich optimal vorbereiten können. Nach einer kurzen Einführungstheorie über die Bedeutung der Ernährung für Ausdauersportler erfuhren wir, welche Energiespeicher der Körper bei welcher Aktivitätsstufe verbrennt. Der grosse Fettanteil in unserem Körper wird bei der zu erwartenden Intensität weniger als erwünscht angetastet werden. Wir müssen also dauernd Kohlenhydrate zuführen und das möglichst, ohne Pausen dafür aufzuwenden.

Unsere feinen Brötli, Schokolade und Dörrfrüchte auf den Sektionstouren können auf einer solchen sportlichen Herausforderung nicht die beste Verpflegung sein. Riegel ist auch nicht gleich Riegel, muss dieser doch möglichst wenig Fett und Eiweiss haben, da diese Stoffe nicht innert nützlicher Zeit verdaut und als Energie genutzt werden können. Eine weitere grosse Herausforderung ist die Flüssigkeitsaufnahme. Die gewohnten, mit Tee gefüllten Thermosflaschen, sind nicht besonders dafür geeignet, permanent und ohne Verzögerung zu trinken. Da sich ein Wasserverlust von 1-2 % bereits negativ bemerkbar macht, entschliessen wir uns, Camelbags mit „Winterschutz“ zu gebrauchen und diese mit isotonischen Getränken zu füllen. Diese diversen „Änderungen“ müssen wir natürlich noch zuerst unter „rennähnlichen“ Bedingungen testen. Die Verträglichkeit ist nicht bei allen Personen und Produkten vorgegeben.
Die zwei Wochen vor dem Wettkampf sind für uns auch noch speziell. Auf der Tourenwoche können wir die Ernährung nicht selbst steuern, da wir uns in SAC-Hütten verpflegen. Die letzte Woche vordem Start besteht die Hauptnahrung praktisch nur noch aus Kohlenhydraten. Teigwaren, Reis, Kartoffeln werden in grossen Mengen verzehrt. Zudem ist die Flüssigkeitsaufnahme sehr gross geschrieben. Auf dem Reiseweg zum Start trinken wir mindestens 2-3 Liter Wasser, was sich natürlich durch ein öfteres Besuchen von WC-Anlagen bemerkbar macht.

Der Abend mit Esther hat sich auf der ganzen Linie gelohnt. Wir haben dank der Vorbereitung und den Erkenntnissen über die Verpflegung während dem Rennen nie ein energetisches Problem erhalten. Die Leistung, die gefordert wurde, haben unsere Körper erbracht.

Unsere Zielsetzung für das Rennen war es, Verbier zu dritt zu erreichen in der vor-gegebenen Zeitlimite von 16 Stunden. Die sehr guten Schneeverhältnisse, unsere gute Verfassung, das Glück und .... liessen es zu, dass wir in 13 h 59’ 29’’ ins Ziel kamen. Das ist nicht selbstverständlich. Von den 329 gestarteten Patrouillen kamen 277 an und davon wurden wir 224. Ich glaube, wir haben ein unvergessliches Erlebnis gehabt, von dem wir noch lange und gerne sprechen werden. Es war weit, teilweise schwer, aber die Frage „weshalb tun wir uns das an“ kam nie auf.

Vollständiger Erlebnisbericht (pdf)

 

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